Nutzen der Neigetechnik

Die Streckenführung der Eisenbahntrassen in Deutschland ist größtenteils auf Planungen des 19. Jahrhunderts zurückzuführen. Die damaligen technischen und finanziellen Möglichkeiten ließen nur Strecken zu, die durch eine längere und kurvenreiche Streckenführung geographische Hindernisse umgehen. Auch wurden solche Strecken maximal für eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ausgelegt, weil man von höheren Geschwindigkeiten damals nur träumen konnte.

Heute will man den Bahnverkehr beschleunigen, um konkurrenzfähig zum Auto zu sein. Dazu baut man teilweise völlig neue Strecken, die kürzere Verbindungen schaffen und höhere Geschwindigkeiten ermöglichen. Der Bau solcher Strecken ist allerdings teuer, aufwendig und langwierig, dafür kann man mit ihnen die Fahrzeit durchaus halbieren.

Weil sich aber Neubaustrecken nicht für alle Verbindungen rentieren, suchte man eine Lösung das Altnetz schneller zu befahren. Vor allem die kurvenreichen Strecken lassen sich schlecht für höhere Geschwindigkeiten ausbauen, weil die auf den Fahrgast wirkenden Fliehkräfte in Kurven nur begrenzt hoch sein dürfen.

Um trotzdem schneller fahren zu können, wird mit Hilfe der Neigetechnik die Fliehkraft auf den Fahrgast reduziert. Damit lässt sich die Fahrzeit je nach Einsatzstrecke um 10-20% reduzieren oder es ist möglich bei gleicher Fahrzeit mehr Halte zu bedienen und einen Taktfahrplan einzuhalten.

maximale Geschwindigkeit mit/ohne Neigetechnik