Class 390 von Virgin Trains (Großbritannien)

Obwohl die Engländer eigentlich Pioniere bei der Neigetechnik waren, dauert es bis zur Privatisierung der BR bevor die ersten Neigetechnikzüge in England rollten.

Virgin Trains Class 390

Die englische Virgin Eisen­bahn­gesell­schaft bestellt für die "West-Coast Mainline" zwischen London und Manchester bei Alstom 53 elektrische Neigezüge. Ein Zug besteht jeweils aus 9 Wagen, die wie die meisten modernen Elektrotriebzüge Unterflur angetrieben werden. Die Neigetechnik ist vom Schweizer ICN abgeleitet und arbeitet elektrisch. Die Züge wurden in England gebaut, allerdings schloss das Alstom-Werk nahe Birmingham nach Beendigung des Auftrags. Die neuen Züge schaffen die Strecke Manchester London in 2:13 h und erreichen dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 125 mph (201 km/h). Ursprünglich plante man sogar mit 140 mph (225 km/h), aber da das Geld bei der Modernisierung der Strecke knapp wurde reduzierte man die Geschwindigkeit.

Wegen des kleineren englischen Lichtraumprofils neigen sich die Züge nur um 6°, während sich die meisten anderen Neigetechnikzüge um 8° neigen können.

Heute kommen die Züge auf der gesamten Linie zwischen Glasgow und London Euston Station zum Einsatz. Wenn die Strecke komplett ausgebaut ist, soll die Fahrzeit zwischen Manchester und London nur noch weniger als 2 Stunden betragen.

Aufgrund der durch die verkürzte Fahrzeit stark gestiegenen Nachfrage wurde für alle Einheiten zwei Wagen nachbestellt, so dass alle Züge in Zukunft eine Länge von 11 Wagen haben werden.

Technische Daten

BezeichnungClass 390
HerstellerAlstom
Indienststellung2002
Anzahl53
Wagen/Zug9
Leistung5100KW
Antriebelektrisch
vmax125mp/h (201km/h)
Neigetechnik Fiat SIG