Erste Versuche

Schon seit den 1950er Jahren gab es erste Versuche mit Neigetechnikzügen in Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden, Großbritannien und weiteren Ländern.

Eigentlich gab es sogar schon um 1940 erste Versuche mit Neigetechnikwagen in den USA, die allerdings erfolglos blieben.

Nach dem Krieg erprobten französische Ingenieure eine passive Neigetechnik mit einem als Pendel aufgehängten Wagenkasten, der sich bis zu 18° neigen sollte. Diese Versuche blieben allerdings auch erfolglos.

In Deutschland wurden ab 1965 Experimente mit Neigetechnikzügen gemacht. Es waren die damals neuen Züge der Baureihe 634, welche mit einer pneumatischen Neigetechnik auf Basis der damals neuen Luftfederung ausgerüstet wurden. Die ab 1970 ausgelieferten Züge konnten sich um gerade einmal etwas mehr als 2° neigen und die Steuerung bekam man nie in den Griff, da die Regelungstechnik noch nicht soweit entwickelt war. Zeugen dieser Versuche sind aber auch die Züge der Baureihe 614, die für die Neigetechnik mit einem schmaleren Wagenkasten ausgrüstet wurden, obwohl die Neigetechnik außer in den ersten zwei Zügen nie eingebaut wurde. Stattdessen konzentrierte man sich auf Strecken Aus- und Neubauten.

Ähnlich erfolglos verliefen auch die Versuche in Großbritannien. Dort wurde der Advanced Passanger Train (APT) entwickelt, der neben der Neigetechnik auch viele andere technische Neuerungen mitbrachte. Obwohl viele hoffnungsvolle Versuchsfahrten unternommen wurde, war der Zug nur 2 Tage im Planeinsatz. Der Zug war so mit Technik und Neuerungen vollgestopft, dass er nicht zu beherrschen war, auch wenn die Neigetechnik durchaus zufriedenstellend funktionierte. Außerdem waren auch die Finanznöte der damaligen Britisch Rail ausschlaggebend für die Aufgabe des Projektes.

Auch in der Schweiz wurden in den 1970er Jahren Versuche mit Reisezugwagen mit Neigetechnik durchgeführt, allerdings verfolgte man auch dort das Konzept zunächst nicht weiter.