GNT - Zugsicherungssystem für Neigetechnikzüge

GNT bedeutet Geschwindigkeitsüberwachung Neigetechnik und dient als zusätzliche Zugbeeinflussung für Neigetechnikzüge.

Die Informationen der GNT werden über Balisen/Induktionsspulen zu den Zügen übertragen und beinhalten die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Neigetechnikbetrieb auf dem folgende Streckenabschnitt und dessen Länge. Die Software überwacht dann auf ganzer Länge des Abschnitts, ob diese Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten wird.

Neben zusätzlicher Sicherheit ist dies auch wichtig, weil ein Zusatz zum deutschen Zugbeeinflussungssystem PZB (Punktuelle Zugbeeinflussung), der sog. Geschwindigkeitsprüfabschnitt, an einigen Stellen Geschwindigkeitsbeschränkungen vor Kurven überwacht. Da diese für Neigetechniksysteme aber nicht gelten, müssen sie ignoriert werden, die Sicherheit muss aber weiter erhalten bleiben. Deshalb wirkt die GNT auf die PZB ein, damit diese entsprechende Induktionsspulen ignoriert.

In de Balisen sind zwei Geschwindigkeitsprofile gespeichert: Die Geschwindigkeit ohne Neigetechnik, sowie die zulässige Geschwindigkeit mit Neigetechnik. Der Zug wählt je nachdem, ob die Neigetechnik aktiv ist, die richtige Geschwindigkeit aus.

Implementiert wurde das System zunächst über Induktionsspulen, ähnlich dem PZB-System, die neben dem Gleis liegen. Diese Spulen werden von allen deutschen Neigetechnikzügen interpretiert. Neuerdings verwendet man stattdessen Eurobalisen, einen europäischen Standard zur Informationsübertragung. Eurobalisen können nur vom ICE T(D) und von der Baureihe 612 (die Baureihe 611 wurde inzwischen nachgerüstet) gelesen werden. Andere Fahrzeuge können auf den entsprechenden Strecken nicht bogenschnell verkehren.